Erfolgreiche Unternehmensübergabe bei der Holz-Hauff GmbH

Veröffentlicht: 23.04.2020

Zusammenfassung: Beim Traditionsunternehmen Holz-Hauff in Leingarten hat die vierte Generation übernommen. Die Unternehmensübergabe wurde vom RKW Baden-Württemberg begleitet

Wir wollen von außen Unterstützung haben! Darüber war sich die Familie Hauff einig. Denn es war absehbar, dass ihre Firmenübergabe ein bisschen komplizierter sein würde: Es ging nicht nur um einen Vater und seine beiden Söhne, sondern auch um weitere Familienmitglieder, die finanziell oder emotional involviert waren. Um in diesem Geflecht die stimmigsten Wege zu finden, standen einige Berater zur Auswahl. Mit Dr. Mathias Scheiblich stimmte die Chemie vom ersten Moment an. Der Fachberater vom RKW Baden-Württemberg hat die wichtigen Schritte moderiert und begleitet. Alles hat funktioniert: Das über 80 Jahre alte Unternehmen mit seinen rund 100 Beschäftigten hat den Generationenwechsel gut vollzogen und stellt sich neu auf.

Böden, Türen, Wandpaneele. Zäune, Gartenhäuser, Carports. Bauholz, Platten, Dämmstoffe. Das alles bietet Holz-Hauff in Leingarten bei Heilbronn. 1933 in einer Wohnstube klein gestartet, ist das Unternehmen Schritt für Schritt gewachsen: Heute ist da ein moderner Holzfachmarkt mit 1700 Quadratmetern Ausstellungsfläche in der Halle und weiteren 400 Quadratmetern Gartenausstellung, dazu umfassender Profi-Service für Kunden aus Handwerk und Industrie.

In den vergangenen Jahrzehnten steuerte Werner Hauff das Unternehmen, ein Enkel des Gründers. Immer an seiner Seite: seine Schwester Gerda, Mitinhaberin und Prokuristin. Zwei Söhne von Werner Hauff wollten übernehmen, Sebastian und Fabian Hauff. Um diesen Generationswechsel umzusetzen, holte sich die Familie professionelle Unterstützung. Neben Gerda Werner und ihrer Familie wurde auch der dritte Sohn von Werner Hauff mit einbezogen.

Bewertung und Strukturen

Was der Berater leisten sollte, war klar definiert - zwei Aufgabenpakete: Es ging erstens um die finanziellen Aspekte, eine fundierte Unternehmensbewertung als Grundlage für die Übernahme der Unternehmensanteile. Und zweitens um den internen Umbau: Wie vollzieht man so einen strukturellen Wandel? Wie soll man die Verantwortungen neu definieren?

Unter den vorgeschlagenen Beratern war RKW BW-Fachberater Mathias Scheiblich. An seinen Kennenlern-Termin erinnert sich Sebastian Hauff noch gut.

Er kam nicht im Anzug, er hatte einen Rucksack dabei. Ganz bodenständig, das passt zu uns." Dass die Chemie stimmt, war allen wichtig: "Bei solchen Themen muss nicht nur Kompetenz da sein; die darf man bei Beratern voraussetzen. Es geht auch um menschliche Fragen. In den Gesprächen werden ja sehr viele vertrauliche Infos offengelegt."

Die Familie entschied sich für Mathias Scheiblich und freute sich, dass über das RKW BW auch eine Förderung möglich war.

Phase eins: Psychologie

Der Fahrplan muss stimmen. Bevor RKW BW-Fachberater Scheiblich einen Plan für eine Übergabe macht, klärt er die psychologische Ebene, die Prämissen. "Nur wenn ich die persönlichen Aspekte alle kenne, kann ich ein Konzept stricken, in dem sich auch alle berücksichtigt fühlen." Ein gutes Dutzend Einzelgespräche seien es am Ende gewesen, mit drei Generationen und mehreren Zweigen der Familie Hauff. "Er hat alle Meinungen abgefragt und herausgefunden, wer von uns wie tickt", berichtet Sebastian Hauff. Ein wichtiges Signal kam von der Tante: Ihr war vor allem wichtig, dass das Unternehmen in der Familie bleibt und fortgeführt wird. Sie machte einen klaren Schnitt, indem sie ihre Anteile abgab."

Das fand ich sehr bemerkenswert, dass die Tante und der Onkel als zweiter Familienzweig sehr freiwillig ihren Platz freigeräumt haben und gesagt haben: Wir lassen eine neue Generation komplett neu starten", sagt Mathias Scheiblich heute.

In diesem Fall hat die Senior-Generation schnell verstanden und losgelassen - schneller als viele andere in ihrer Lage. Diese Familie hat vor allem einen Startschuss gebraucht und jemanden, der alles moderiert."

Hervorragendes Gespann

Mathias Scheiblichs zweite Arbeitsphase: die finanzielle Klärung. Also Unternehmensbewertung, erbsteuerliche Auseinandersetzung, Ausgleichswerte klären für die Tante und den dritten Bruder von Fabian und Sebastian Hauff, der nicht mit einstieg. Scheiblich lieferte das Konzept, um die Feinheiten kümmerte sich der Steuerberater des Unternehmens, beide arbeiteten Hand in Hand.

Bei einer Anhörung im Finanzamt ging es darum, ob das Amt die Werte so akzeptiert. Als nächstes ging es zu den Banken, um Sicherheiten und Finanzierung zu sondieren. Als die Voraussetzungen alle passten, holte Mathias Scheiblich die Beteiligten wieder an einen Tisch: "Ich lege ein internes Konzeptpapier vor, in dem alle Schritte nochmal genau beschrieben sind. Und ich bitte alle, es zu unterschreiben. Das hat sich bewährt: So wissen wir, dass jeder an Bord ist und sich auch alle an die Absprachen emotional gebunden fühlen, bevor wir die juristischen Schritte gehen."Die Übergabe wurde vollzogen. Der RKW BW-Fachberater findet, dass sich die beiden Junioren perfekt ergänzen: "Ein hervorragendes Gespann mit guter Aufgabenteilung. Sie sitzen in einem Büro und wissen, wie moderne Führungskultur aussieht. Für ihr Alter sind sie auch ziemlich erfahren."

Als eine Art Lotse blieb Mathias Scheiblich noch einige Zeit: Für die Beschäftigten wurden Workshops organisiert, es ging um neue Führungskultur, um Schnittstellen und die Unternehmensstrategie. "Die größte Hürde war es meines Erachtens, dass sich Herr Scheiblich intern bei den Mitarbeitern ein gewisses Vertrauen erarbeiten musste", sagt Sebastian Hauff. "Aber auch das hat sehr gut funktioniert." Die ganze Zusammenarbeit mit ihm sei "unglaublich entspannt" gewesen.

Heute hält Mathias Scheiblich telefonisch den Kontakt und zieht eine positive Bilanz:

Insgesamt war diese Übergabe ein relativ optimaler Fall: Viel schneller und viel besser geht es wirklich nicht."

Weitere Informationen

  • Holz-Hauff GmbH
  • 74211 Leingarten
  • www.holz-hauff.de
  • RKW BW-Berater: Achim Fuderer
  • RKW BW-Fachberater: Dr. Mathias Scheiblich
  • Beratungszeitraum: 2017-2019
  • Beratungsschwerpunkte: Unternehmensübergabe

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